©Gmundner Keramik

Warum Gmundner Keramik heute mehr ist als eine Manufaktur

Es gibt Unternehmen, die ihre Geschichte erzählen. Und es gibt Unternehmen, die sie jeden Tag weiterschreiben. Seit mehr als 500 Jahren entsteht am Traunsee Keramik in Handarbeit. Generationen von Keramikmalerinnen und Keramikmalern, Formenbauern und Glasur-Spezialisten haben ihr Wissen weitergegeben und damit eine der bedeutendsten Manufakturen Europas geprägt. Was 1492 begann, ist heute weit mehr als ein traditionsreiches Unternehmen – hier finden Handwerk, Kunst und gesellschaftliche Verantwortung zusammen. Denn obwohl jedes Stück noch immer in Gmunden von Hand gefertigt wird, denkt die Manufaktur längst international und in die Zukunft. Zwischen Brennofen und Malhorn werden berühmte Klassiker geschaffen wie Grüngeflammt oder Hirsch, aber ebenso außergewöhnliche Kunstobjekte, limitierte Editionen und völlig neue Ausdrucksformen von Keramik.

Produktion ©Gmundner Keramik

Handwerk als Grundlage für Innovation
Wer durch die Werkstätten der Gmundner Keramik geht, spürt schnell: Hier wird Tradition nicht konserviert, sondern gelebt. Bis zu 60 Arbeitsschritte verwandeln Ton in ein sorgsam gestaltetes Unikat. Besonders eindrucksvoll ist die Flammtechnik, die ausschließlich in Gmunden weitergegeben wird und zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt. Dabei sind die Menschen das Herzstück der Manufaktur. Sie bewahren das Wissen um die alten Fertigungstechniken, entwickeln diese zugleich weiter und reichen ihre Erfahrung an die nächsten Generationen weiter. Gemeinsam mit den Lehrlingen und im kreativen Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern werden außergewöhnliche Projekte von der ersten Idee bis zum fertigen Werk realisiert. So ist das über Jahrhunderte gewachsene Know-how die Grundlage immer neuer Ideen. „Mich begeistert, wenn aus jahrhundertealtem Wissen etwas entsteht, das Menschen heute berührt. Genau darin liegt für mich die Zukunft von Gmundner Keramik“, unterstreicht Eigentümer Markus Friesacher.

Ein weiterer Ausdruck dieses zukunftsgerichteten Denkens ist die Kooperation mit Kevin Scott, Technologiechef von Microsoft und Gründer von Behind the Tech Labs. Zusammen werden neue Wege erforscht, um Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten, Innovationen voranzutreiben und jungen Menschen zu zeigen, wie Handwerk und Technologie die Zukunft gestalten können.

Erwin Wurm ©GmundnerKeramik/George

Wenn Kunst auf Keramik trifft
Kaum eine Keramikmanufaktur verbindet traditionelles Handwerk und zeitgenössische Kunst so konsequent miteinander. Mit der Academy of Ceramics Gmunden hat Gmundner Keramik einen Ort geschaffen, an dem der Facettenreichtum des Materials voll ausgeschöpft wird. Das Artists in Residence-Programm holt unterschiedlichste Perspektiven aus aller Welt nach Gmunden und bringt keramische Werke von Skulpturen bis zu experimentellen Installationen hervor. Zu den Persönlichkeiten, die zusammen mit den Spezialisten der Manufaktur ihre Werke entwickeln, gehören etwa Kim Simonsson, Elmar Trenkwalder oder Erwin Wurm. Auch Kooperationen mit dem MAK Wien sowie die Wiener Keramik Edition verbinden historisches Kunsthandwerk und moderne Kunst. So entstehen Gebrauchsgegenstände ebenso wie Sammlerstücke, Skulpturen und streng limitierte Editionen.

©Gmundner Keramik

Keramik verbindet Kulturen
Dass Gmundner Keramik trotz seiner tiefen regionalen Verwurzelung auch weit über Österreich hinaus denkt, zeigt sich besonders eindrucksvoll in Namibia. Mit der 2025 gegründeten EMF Namibia Foundation engagieren sich Elisabeth und Markus Friesacher für die San, eine der ältesten ethnischen Gruppen Afrikas. „Die Zusammenarbeit mit den San erinnert uns daran, worum es bei echter Handwerkskunst geht: Geschichten zu erzählen, Identität zu bewahren und Menschen zusammenzubringen. Genau diese Werte möchten wir mit Gmundner Keramik weitertragen“, so Markus Friesacher. Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Sprache und Kunst bilden die fünf Säulen des Projekts. Gleichzeitig bringt die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern vor Ort Keramikeditionen hervor, deren Motive die Landschaft und Kultur Namibias widerspiegeln. Ein Teil der Erlöse fließt direkt zurück in die Stiftung. So verbindet Keramik Menschen und Kulturen weit über Kontinente hinweg.

©Gmundner Keramik

Lebensgefühl aus Gmunden
Gmundner Keramik entwickelt sein kulturelles Erbe täglich weiter. Neue Glasuren, innovative Verfahren, Kunstprojekte und individuelle Sonderanfertigungen entstehen im Zusammenspiel von Erfahrung und Neugier. Genau darin liegt die besondere Stärke der Manufaktur: Sie kennt ihre Herkunft, bewahrt Handwerk, ohne stehen zu bleiben, und gestaltet aktiv die Zukunft. Gmundner Keramik ist damit heute weit mehr als Österreichs bekannteste Keramikmarke. Sie steht für Authentizität, Qualität und die Überzeugung, dass echte Handarbeit auch im 21. Jahrhundert Relevanz hat. „Gmundner Keramik ist heute weit mehr als Geschirr. Wir sind Manufaktur, Kunstwerkstatt, Ausbildungsbetrieb und internationaler Begegnungsort zugleich. Diese Vielfalt macht unsere Marke lebendig“, bringt es Markus Friesacher auf den Punkt.

 

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