Fotocredit: Felix Diemer für SailGP
Wenn beim SailGP die weltbesten Segler:innen gegeneinander antreten, sieht das ganz anders aus als beim gemütlichen Familienausflug auf dem See. Hier wird nicht nur gesegelt – hier wird geflogen. Mitten im deutschen Team sorgt James Wierzbowski dafür, dass sein Hightech-Boot niemals den Bodenkontakt verliert, obwohl es gar keinen Boden mehr unter sich hat.
Ob vor der Freiheitsstatue in New York, im glitzernden Hafen von Sydney oder unter der heißen Sonne Dubais: Wenn der SailGP in den berühmtesten Metropolen der Welt gastiert, geht es um mehr als nur Segeln. Hier treffen sich die besten Teams der Welt zu einem Rennen, das eher an einen Science-Fiction-Film als an eine klassische Segelregatta erinnert.

Fotocredit: Germany SailGP Team
Ein Pilot auf dem Wasser
Mitten im Geschehen ist James Wierzbowski vom deutschen SailGP Team. Er hat einen der technisch anspruchsvollsten Jobs an Bord: Er ist der Flight Controller.
„Die Boote rasen übers Wasser, werden immer schneller und dann passiert etwas Unglaubliches“, erklärt James. „Sie heben ab und fliegen über die Wellen – fast wie ein fliegender Teppich auf dem Meer.“
Was wie Magie wirkt, ist in Wirklichkeit präzise Technik. Die sogenannten F50-Katamarane erreichen Geschwindigkeiten von über 100 km/h. Zum Vergleich: Das ist so schnell, wie ein Auto auf der Landstraße fährt!

Fotocredit: Jason Ludlow für SailGP
Wie Boote das Fliegen lernen
Das eigentliche Geheimnis der F50-Klasse liegt unter der Wasseroberfläche. Sobald die Boote genug Tempo aufnehmen, kommen die sogenannten Foils ins Spiel. Das sind schmale Tragflächen unter den Rümpfen, die genau wie die Flügel eines Flugzeugs funktionieren.
Strömt das Wasser schnell an diesen Flügeln vorbei, entsteht Auftrieb. Das gesamte Boot hebt sich aus dem Wasser. Der Effekt ist gewaltig: Nur noch ein winziger Teil des Bootes berührt die Oberfläche. Weil das Wasser das Boot jetzt nicht mehr ausbremst, wird es noch viel schneller. Segeln wird so zu einem rasanten Balanceakt auf Messers Schneide.
Präzision entscheidet: Das Team an Bord
Damit der Katamaran stabil in der Luft bleibt, muss das Team wie ein Uhrwerk zusammenarbeiten. Jede Position hat eine wichtige Aufgabe:
- Der Driver: Er steuert das Boot mit dem Lenkrad über den Kurs.
- Der Wing Trimmer: Er kontrolliert das riesige Segel, das wie ein aufrechter Flugzeugflügel aussieht und die Energie liefert.
- Die Grinder: Sie sind die Kraftpakete. Durch schnelles Kurbeln erzeugen sie die Energie für die Hydraulik an Bord.
- Der Flight Controller: Das ist James. Er hält das Boot stabil in der Luft. Mit kleinen Korrekturen steuert er den Auftrieb und die Balance – fast wie ein Pilot, der ein Flugzeug im Gleichgewicht hält.
„Du musst blitzschnell reagieren“, sagt James. „Wenn ich einen kleinen Fehler mache, klatscht das Boot zurück ins Wasser und wir verlieren sofort wertvolle Zeit.“
Technik, Timing und Teamwork
Wenn alles perfekt läuft, hebt sich das Boot nahezu lautlos aus den Wellen. In diesem Moment hört das Rauschen des Wassers auf und man spürt nur noch den extremen Wind. Für einen Augenblick wirkt es, als hätte die Schwerkraft keine Macht mehr über die Segler.

Fotocredit: Jason Ludlow für SailGP
SailGP kommt nach Deutschland
Im August 2026 kehrt SailGP zurück auf deutsche Gewässer. Vor der spektakulären Kulisse von Sassnitz wird die Ostsee zur Arena für das „Stadium Racing“, bei dem die F50-Katamarane hautnah von der Küste aus zu sehen sind. HIER geht es zum Ticketkauf. Für Akkreditierungsanfragen, exklusive Interview-Slots vor Ort oder Hintergrundgespräche zur Rückkehr der SailGP nach Deutschland stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
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