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Zollbestimmungen für Auslandsreisen: Diese Regeln sollten Urlauber kennen

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Die aktuellen Corona-Verordnungen ermöglichen vielerorts wieder weitgehend unbeschwertes Reisen. Besonders bei der Einreise oder Rückkehr aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten, steuerlichen Sondergebieten wie den Kanarischen Inseln oder britischen Kanalinseln sowie der Insel Helgoland sollten Reisende neben den Corona-Regeln jedoch ebenfalls auf die Zollvorschriften achten. So müssen beim Mitführen von Wertgegenständen wie beispielsweise Schmuckstücken etwa bestimmte Reise-Freimengen eingehalten und Belege mitgeführt werden – andernfalls ist kein einfuhrabgabenfreier Import möglich. Lesen Sie im Folgenden, welche Richtlinien besonders zu beachten sind.

Reisefreimengen für Auslandsreisen

Bei der Einreise oder Rückkehr aus Ländern, die nicht der EU angehören, gelten bestimmte Wert- und Mengengrenzen, die berücksichtigt werden müssen: Während der Freibetrag für volljährige Urlauber auf Flugreisen oder bei Einreise auf dem Seeweg bei 430€ liegt, gilt bei einer Einreise über den Landweg eine Obergrenze von 300€. Für Personen unter 15 Jahren liegt der Freibetrag hingegen bei nur 175€. Für bestimmte Waren müssen darüber hinaus die vorgeschriebenen Mengengrenzen beachtet werden – Alkohol, Tabakwaren sowie Arzneimittel und Kraftstoffe dürfen nur bis zu einer bestimmten Anzahl ohne Einfuhrabgaben importiert werden. Achtung: Auch bei Reisen innerhalb der EU sind Mengengrenzen wie etwa 800 Stück Zigaretten oder 110 Liter Bier festgelegt. Bei Reisen außerhalb der EU sind die Regelungen um einiges strenger.

Übersteigt die importierte Ware die gesetzlich vorgeschriebenen Reise-Freimengen, muss nachgezahlt werden. Bis zu einem Warenwert von 700€ erfolgt die Berechnung auf Grundlage des Zollsatzes für das jeweilige Produkt: Bei Schmuckstücken entspricht dieser etwa 3,3 Prozent, bei Kleidung 12 Prozent. Besonders interessant: Bei Einkäufen im vermeintlich lohnenswerten Duty-Free-Shop gelten keine Reisefreimengen – für alle innerhalb der EU gekauften Waren muss eine Anmeldung beim Zoll sowie die Entrichtung von Einfuhrabgaben erfolgen. Bei Reisen außerhalb der EU kann zumindest die Mehrwertsteuer in Höhe von 7 Prozent bzw. 19 Prozent gespart werden.

Mitführen von Wertgegenständen

Nicht nur hinsichtlich der während des Urlaubsaufenthalts erworbenen Ware sind Urlauber dem Zoll Rechenschaft schuldig – auch bei der Reise mitgeführte Wertgegenstände wie etwa Luxusuhren können schnell zum Problem werden. Beim Mitführen von Wertgegenständen, welche die vorgegebenen Reisefreimengen überschreiten und somit zollrechtlich relevant sind, besteht gegenüber dem Zoll eine Beweispflicht hinsichtlich der Herkunft. Dabei gilt: Jegliche Reisemitbringsel aus einem Nicht-EU-Mitgliedstaat, die über dem Freibetrag liegen, sind vorab mündlich beim Zoll anzumelden. Liegt keine Rechnung vor, folgt eine Schätzung des Warenwerts durch die Zollstelle. Reisende sollten deshalb stets Kaufbelege für die mitgeführten Waren und Wertgegenstände vorlegen können. Auch von Zuhause mitgebrachte Luxuswaren wie beispielsweise eine Rolex können schnell in Verdacht geraten, im Ausland erworben worden zu sein. Können Urlauber die Herkunft der Ware nicht durch einen Kaufbeleg verifizieren, kann dies im Zweifel sogar zu unberechtigten Zahlungen führen. Um Missverständnissen und falsche Verdächtigungen zu vermeiden, sollten bei der Rückkehr aus einem Nicht-EU-Land möglichst alle Rechnungen für Wertgegenstände über dem Freibetrag mitgeführt werden.

Über den Autor:

Marcus Reinberg ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im internationalen Unternehmens-, Gesellschafts- und Vertragsrecht. Er studierte unter anderem internationales Recht in Hongkong. Zuletzt folgte eine Spezialisierung auf Anti-Geldwäsche- und Compliance-Themen.

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