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Wenn Buchstaben Kunst werden

Stéphane-Cipre_Einkaufswagen

Stéphane Cipre ist einer der bekanntesten Künstler der modernen Bildhauerei. Er wurde 1968 in Paris geboren. Als er vier Jahre alt war, zog seine aus Nizza stammende Familie wieder an die Französische Riviera. Seine künstlerische Karriere begann Stéphan Cipre 1997, nach seinem Studium der Bildenden Kunst und Kunstgeschichte in Nizza, Frankreich. Seine internationale Arbeit überzeugt heute zahlreiche Stiftungen und Sammler auf der ganzen Welt.

life-on hat mit dem großartigen Künstler gesprochen – über seine Inspiration, seine Arbeit und seine ganz eigene Art Wörter und ihre Bedeutung in Kunstwerken zu kombinieren.

Stéphane-Cipre_Portrait

Stéphane Cipre

life-on: Wie kam Ihnen die Idee zu Ihren aktuellen Arbeiten?

Stéphane Cipre: Meine frühen Werke können als akademische bildliche Darstellung beschrieben werden. Diese wurden dann mit der Zeit immer grafischer, wie Sie in meinen aktuellen Werken sehen können. Vergleichbar damit, wie ein Kind seine ersten Schritte macht, begann ich den Prozess des Schreibens in meine Arbeit zu integrieren. Das war für mich eine Offenbarung, denn die Worte und deren Bedeutung sind jetzt eins. Ich greife das Schreiben mit Leidenschaft und Präzision erneut auf, um daraus das Modell zu formen. Ich würde meine Kunst als eine Verschmelzung von Signifikat und Signifikant, also Bedeutung und Wort, beschreiben, wobei sich beide gegenseitig ergänzen und untrennbar werden.

life-on: Mit einigen Ihrer Skulpturen, beispielsweise dem Wort “ART” (dt.: Kunst) in einem Einkaufswagen, stellen Sie gleichzeitig Kunst und Kommerz dar. Ist das kein Widerspruch in sich?

Stéphane Cipre: Neben der Kombination von Wörtern mit ihrer Bedeutung, inspiriert mich vor allem die „Kunst als Konsumgut“. Bereits in meiner Jugend erlebte ich den Verlust von lokalen Geschäften und Kunsthandwerkern. Deshalb thematisiere ich mit meiner Kunst Globalisierung und mache mich auch ein Stück weit über sie lustig. Was von Natur aus immateriell und daher unschätzbar ist, wird durch meine Hände zu einem Kunstwerk mit festem Wert – genau wie bei einem gewöhnlichen Konsumartikel!

Egal ob festgebunden, gestaucht, direkt aufeinanderfolgend oder auf Transportpaletten – die Buchstaben „ART“ passen sich perfekt an und bilden eine abweichende Realität in der alles kommerziell wird.

life-on: Wie wird aus einer ersten vagen Idee eine fertige Skulptur?

Stéphane Cipre: Wie zahlreiche Künstler meiner Generation verbringe auch ich mittlerweile genauso viel Zeit am Computer wie im Studio, wo ich meine Skulpturen zum Leben erwecke. Zuallererst erstelle ich am PC einen groben Entwurf meiner Idee. Die physischen Besonderheiten des verwendeten Materials ebenso wie die Statik des Gesamtkunstwerks sind besonders wichtig für meine Werke. Deshalb benötige ich verschiedene Zahlen und Fakten, die mittels einer Software berechnet und geplant werden. Erst wenn die Konstruktion steht, beginne ich mit meiner bildhauerischen Arbeit im Studio, um meinen Ideen Leben einzuhauchen.

Stéphane-Cipre_BärStéphane-Cipre_Studio-1

 

 

 

 

 

 


Life on: Und die Ergebnisse sind absolut verblüffend!

Stéphane-Cipre_ART-geschnürtStéphane-Cipre_Have-a-dream

 

 

 

 

Stéphane-Cipre_PferdStéphane-Cipre_Liege

 

 

 

 

 

 

Weitere Arbeiten des Künstlers gibt es hier.

life on: Gibt es aktuell Ausstellungen, in denen man Ihre Skulpturen live sehen kann?

Stéphane Cipre: Ja, ich habe einige Dauerausstellungen in Galerien in Frankreich, in der Schweiz, in Belgien und New York. Eine aktuelle Übersicht findet man auf meiner Website. Leider habe ich in Deutschland bisher keine Ausstellungen aber ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Life-on: Das wäre großartig! Wir drücken die Daumen!
Vielen Dank für das Interview, Stéphane Cipre.

Fotos: Stéphane Cipre, © Thierry Bouët

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