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Wege zu einer guten Innovationskultur

Wege zu einer guten Innovationskultur

Gute Innovationskultur bedeutet innovationsfördernde Kommunikation im Unternehmen. Diese Kommunikation kennt keine Fehler, sondern nur Entdeckungen, dass etwas anders ist als vermutet. Ob etwas als Fehler eingestuft wird und Anlass zum Ärger gibt, ist eine Sache der Interpretation. Der Ärger verhindert aber das Lernen aus der Situation.

Innovationsfördernde Kommunikation überwindet aufkommenden Ärger deshalb möglichst schnell und sucht nach der Erkenntnis aus dem Erlebten. Diese Kommunikation vermeidet das „Aber“. Das heißt, die Menschen bauen auf den Ideen anderer auf und ergänzen sie mit eigenen Ideen.

Nehmen Sie Impulse auf und spielen Sie diese weiter, wie die Schauspieler beim Improvisationstheater, und beginnen Sie Ihre Antworten viel mehr mit „ Ja genau, und …“ anstatt mit „Ja, aber …“. Eine gute Reaktion auf einen ungewöhnlichen Gedanken ist nicht abweisend oder abwertend, sondern neugierig forschend. Das wird durch Fragen wie „Wie kommst Du darauf?“ oder „Wie meinst Du das genau?“ deutlich.

Ja genau

Das eigene Denken dreht sich darum, welchen Beitrag man selbst zur Förderung der Idee eines Anderen leisten, was man selbst hinzufügen, was durch diese Idee noch möglich werden oder wen diese Idee noch interessieren könnte. Dem zugrunde liegt eine generell wertschätzende Haltung gegenüber neuen Ideen oder Impulsen. In jeder Idee kann ein Potential versteckt liegen, das erst bei genauem Hinsehen erkannt wird oder sogar erst durch das genaue Hinsehen entsteht.

Dabei ist es hilfreich, schnell zu Visualisierungen zu kommen. Dies hilft festzustellen, ob man sich verstanden hat. Damit sich die Kommunikation nicht verzettelt, sondern Sinn macht, braucht es die Orientierung am gemeinsamen Thema. Nichts eignet sich dafür besser als die Kundenbedürfnisse. In einer guten Innovationskultur wird ein lebendiger Diskurs zwischen Kundenbedürfnissen und Möglichkeiten des Unternehmens geführt. Im Kern ist es eine wertschätzende Forschung nach den Stärken, dem Positiven und dem Potential, das in Situationen und Personen steckt. Jede Kommunikation kann dazu genutzt werden, etwas davon herauszufinden, um die eigenen Stärken bestmöglich zur Befriedigung der Kunden einzusetzen. Appreciative Inquiry (Cooperrider, D., 2008) ist ein Ansatz, der dieser Kultur entspricht. Angestrebt wird eine Kommunikation, die auf Vertrauen basiert und Vertrauen generiert. Vertrauen kann nicht vorausgesetzt werden, sondern entsteht durch Erlebnisse. Ob ein Erlebnis Vertrauen generiert oder Vertrauen zerstört, hängt maßgeblich von der Kommunikation in diesem Zusammenhang ab.

Appreciative Inquiry

Die Methode beschreibt, wie eine innovationsfördernde Kommunikation im Unternehmen unterstützt werden kann. Dazu gibt es einen kleinen Leitfaden für ein kurzes Gespräch. Werden solche Gespräche vielfach im Unternehmen geführt, trägt es direkt zur Förderung einer innovationsfreundlichen Unternehmenskultur bei.

Es handelt sich um eine Systematik der gegenseitigen wertschätzenden Befragung. Sie führt zu einer Fokussierung der Aufmerksamkeit entlang der Zeitachse. Nach einem Blick auf die Vergangenheit und in die Zukunft landet die Aufmerksamkeit bei dem, was jetzt getan werden sollte.

Diese Form der Kommunikation leitet aus bisher erworbenen Kompetenzen Chancen für die Zukunft ab und liefert Impulse für konkretes Handeln. Die Haltung, mit der sich die Gesprächspartner dabei begegnen ist: Lasst uns bewusst in die Zukunft gehen, die zu unserer Vergangenheit passt und die wir haben wollen.

Wege zu einer guten Innovationskultur

Der Leitfaden beinhaltet vier Schritte entlang der Zeitdimension:

  1. „Discovery“ – Dies ist die Entdeckungsphase. Der Blick wird auf die Vergangenheit gerichtet und dazu Fragen gestellt wie: Was haben wir bisher gut gemacht? Was waren unsere Beiträge für unseren bisherigen Erfolg?
  2. „Dream“ – Es werden Visionen entworfen und quasi gemeinsam geträumt. Der Blick wird auf die Zukunft gerichtet und dazu die Frage gestellt: Was könnten wir alles möglich machen, wenn wir aus dem, was wir gut können, noch viel mehr machen würden?
  3. „Design“ – Von den vielen Möglichkeiten wird eine ausgewählt und ein konkretes Bild für die Zukunft entworfen und dazu gefragt: Was nehmen wir uns nun vor?
  4. „Destiny“ – Die Umsetzung beginnt im Jetzt, indem die Frage gestellt wird: Was sind jetzt konkret die nächsten Schritte? Was tun wir jetzt als nächstes, um unsere Idee zu verwirklichen?

In Unternehmen, welche Appreciative Inquiry leben, verlaufen Gespräche spontan nach diesem Prinzip. Es wird zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Bedenken Sie, die Kraft, sich zu verbessern, entspringt der Erkenntnis, dass es möglich ist. Appreciative Inquiry ist ein wertvolles Hilfsmittel dazu.

Literatur:

Buck, B.: INNERINNVOATION – Innovationen aus eigenem Anbau. literatur-vsm, 2014

Cooperrider, D.: The Appreciative Inquiry Handbook: For Leaders of Change. Berrett-Koehler Publishers, 2008

Über den Autor:

Bernd Buck, diplomierter Physiker, hat in Konstanz Physik studiert und war anschließend als Entwickler, Entwicklungsleiter und Technischer Geschäftsführer bei ifm electronic gmbh tätig. Er ist als systemischer Organisationsberater mit Schwerpunkt Innovationsprozesse und Innovationskultur im Rahmen der Beratungsfirma TeamThink tätig.

Wege zu einer guten Innovationskultur

INNERINNOVATION – INNOVATIONEN AUS EIGENEM ANBAU
Das Kreativhandbuch für systemisches Innovationsmanagement
Bernd Buck, Ulrike Buck
1. Aufl. 2014, 160 Seite, Schweizer Broschur, 5-farbig
ISBN 978-3-902155-20-7

Leseprobe

Interaktiver Create-Prozess: www.heretonow.de/index.php?id=167

InnerInnovation-Website: www.innerinnovation.de

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