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Videoüberwachung von Handwerker, Putzfrau, Babysitter und Co.: Für 81 Prozent der Deutschen kein Tabu

romelia, pixelio.de

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Laut einer repräsentativen Studie von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale in Deutschland, hätten 81% der Deutschen Interesse an der Überwachung ihres Zuhauses. Sogenannte „Nanny-Cams“, die Babysitter beobachten sollen, während die Eltern nicht zuhause sind, werden in den USA bereits rege verwendet.

Auch in Deutschland steigt das Interesse, die Angestellten zu beobachten. Hat der Handwerker wirklich all das gemacht, was auf der Rechnung steht? Passt der Babysitter wirklich auf das Kind auf, oder schaut er Fernsehen? Der Wunsch nach Überwachung kommt von einem tiefen Misstrauen gegenüber den Mitmenschen. Man will seine Umwelt kontrollieren, sicher stellen, dass einem nicht Unrecht getan wird. Dass man durch konstante Überwachung dem Gegenüber Unrecht tut und ihn wie einen Kriminellen behandelt, wird dabei meist ignoriert. Angestellte sind nicht das einzige Ziel: viele Mieter äußerten sich auch, dass sie gerne beobachten würden, ob der Vermieter nicht doch ab und zu unerlaubt in die Wohnung eindringt. Zur Urlaubszeit sagen 79% der Befragten, dass ihnen eine Überwachungskamera ein besseres Gefühl und mehr Sicherheit im Umgang mit Einbrechern geben würde. Auch wenn der Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle natürlich ist, muss man sich fragen ob Beobachtung nicht mehr Misstrauen und Angst schürt als es Sicherheit bringt. Bekanntlich findet man immer etwas, wenn man verbissen danach sucht. Man verliert den Blick für die Realität, für das Wesentliche. Ist es tatsächlich so schlimm, wenn der Handwerker sich bei anstrengender Arbeit ab und zu kurz ausruht? Ist es ein Weltuntergang, wenn sich der Babysitter kurz hinsetzt, wenn das Kind im Bett ist? Man wird zu pedantisch bei den Anforderungen an das Personal und verliert aus den Augen, dass sie auch nur Menschen sind und ab und zu auch mal eine Pause brauchen. Ganz zu schweigen davon, dass unrechtmäßige Überwachung nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strafbar ist. Im Fall von Einbrechern und unrechtmäßigen Untersuchungen vom Vermieter sind Kameras eine gute Art, sich rechtlich und finanziell abzusichern, allerdings muss auch eine tatsächliche Notwendigkeit zur Überwachung bestehen, wie zum Beispiel ein längerer Urlaub und unverschlossen herumliegende Wertsachen.

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