PresseTicker

Tageszimmer – Potenzial oder Sackgasse für Hoteliers?

Studie der IUBH Internationalen Hochschule untersucht stundenweise Vermietung von Hotelzimmern

Hotels können Zimmer nicht nur für Übernachtungen vermieten, sondern ihren Gästen auch stundenweise zur Verfügung stellen. Der Trend zum so genannten „Micro-Stay“ setzt sich auch in Deutschland zunehmend durch. Wie Hoteliers Ertragschancen, Imagerisiken und Umsetzung sehen, untersuchten wir an der IUBH Internationalen Hochschule in Kooperation mit der Hospitality Sales & Marketing Association (HSMA) erstmals in einer Befragung von über 1.000 Hoteliers in Deutschland. Das Fazit der Studie: Die meisten Hoteliers schätzen den Nutzen einer stundenweisen Zimmervermietung höher ein als mögliche Kosten und Imageschäden.
Nachfrage nach Tageszimmern bislang eher gering
Der Trend der Micro-Stays hält in Deutschland Einzug. Neben Online-Portalen wie Dayuse, Byhours oder between9and5 bieten auch Hotels direkt die stundenweise Vermietung ihrer Hotelzimmer an. Insgesamt bewerteten die Manager und Hotelinhaber, die wir befragt haben, die Nachfrage nach Tageszimmern als eher gering. Das gilt auch für die Standorte, in denen klassischerweise Kurzaufenthalte gebucht werden: An Flughafen-Standorten schätzen 62 Prozent der Hoteliers die Nachfrage als gering bis sehr gering ein, bei Hotels in Bahnhofsnähe sind es 61 Prozent.
Das Hauptmotiv für die stundenweise Anmietung: „Private Dates“
Deutlich unterschiedlicher fallen die Einschätzungen bezüglich der Kunden-Motive für die Buchung von Tageszimmern aus: 77 Prozent unserer Befragten vermuteten, dass private Dates der häufigste Anlass sind. Andere potentielle Gründe lauten: Überbrückung von Geschäftsterminen (64%), Verlängerung des Hotelaufenthaltes (50%) oder Abhalten von Business-Meetings (40%).
Eine Rufschädigung durch das Angebot von Tageszimmern befürchteten die Befragten hingegen nicht: Nur elf Prozent der Manager gesamt sorgten sich um den möglichen Ruf eines „Stundenhotels“. Bei Hotels der 5-Sterne-Kategorie waren es immerhin 21 Prozent, die auf die Motivation hinter der Buchung achten.
Ergebnissteigerung bei überschaubarem Aufwand möglich
Laut dem Buchungsportal Byhours verzeichnen Hotels durchschnittlich 20 bis 70 Tageszimmerbuchungen pro Monat über das Portal. Auch wenn die Nachfrage überschaubar bleibt: Die stundenweise Vermietung ist eine gute Möglichkeit, die Umsatzrentabilität eines Hotelzimmers zu steigern, da eigentlich keine Implementierungskosten anfallen. Auch 55 Prozent der Befragten erachteten den Nutzen größer als die Kosten.
Das Fazit der Untersuchung: Die Vermarktung von Tageszimmern ist sicher nur eine Möglichkeit unter vielen, Umsatz und Ertrag im Hotel zu steigern. Große Illusionen über das Potenzial sollte sich niemand machen. Aber weder Ruf noch Implementierungskosten stehen einem Versuch im Weg. Klar ist, dass die Anzahl an Hotels, die Tageszimmer in ihr Portfolio aufnehmen, kontinuierlich steigt. Von den befragten HSMA-Mitgliedern bietet allerdings keiner Tageszimmer in seinem Hotel an. Zumindest noch nicht.
IUBH Internationale Hochschule: Prof. Dr. Stephan Huxold & Michael Klein

Über die Autoren und die Studie
Michael Klein ist Absolvent der IUBH Internationalen Hochschule in Düsseldorf und hat die empirische Studie im Rahmen seiner Bachelor-Thesis vorgelegt. Dabei wurden von Februar bis März Mitglieder der Hospitality Sales and Marketing Association in einem Onlinefragebogen über ihre Einschätzung zur Nachfrageentwicklung, zur Zielgruppe, zum Buchungsanlass und zum wirtschaftlichen Ergebnis von Tageszimmern befragt. Prof. Dr. Stephan Huxold lehrt Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der IUBH und hat die Arbeit betreut.

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