PresseTicker

Nie wieder Essen?

Rainer Sturm, pixelio.de

Rainer Sturm, pixelio.de

Soylent heißt der Pulver-Shake des amerikanischen Software-Entwicklers Rob Rhinehart. Für ihn ist Essen eine lästige Zeitverschwendung, weshalb er sich fast ausschließlich von seinem Soylent-Shake ernährt – nur zweimal die Woche isst er noch gewöhnliche Lebensmittel.

Nachdem Rhinehart in seiner eigenen Küche mit Vitaminen, Aminosäuren und Kohlenhydraten experimentiert hat, kam schließlich ein Gemisch heraus, das er nach dem Film „Soylent Green“ benannte, der aus dem Jahr 1973 stammt. Dieser Science-Fiction-Streifen thematisiert ein Zukunftsszenario, in dem es an Wasser, Nahrung und Wohnraum mangelt. Dadurch bekommen die Menschen im Film „Soylent Green“ statt normaler Lebensmittel zu essen, das, wie sich herausstellt, aus Menschenfleisch produziert wird. In Rhineharts Shake sind zur Beruhigung allerdings keine menschlichen Zutaten enthalten, sondern laut seiner Aussage alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht, und zusätzlich noch einige, die nicht zwingend notwendig sind, aber verschiedene gutartige Folgen haben, wie im Fall Ginko Biloba, das einen positiven Effekt auf das Gedächtnis hat. Sein Rezept basiert auf eigenen Recherchen, in denen er sich an den Ernährungsempfehlungen der US-Gesundheitsbehörde FDA orientiert.

Der Shake, der mit Wasser angerrührt wird, besteht aus folgenden Zutaten:

– Kohlenhydrate (200 Gramm, in Form von sogenannten Oligosacchariden, meistens Maltodextrin)
– Proteine (50 Gramm, hierzu schreibt Rhinehart lediglich, dass alle essentiellen Aminosäuren darin enthalten sein müssen)
– Fett (65 Gramm, in Form von Olivenöl)
– Natrium (2,4 Gramm)
– Kalium (3,5 Gramm)
– Chlorid (3,4 Gramm)
– Ballaststoffe (5 Gramm)
– Kalzium (1 Gramm)
– Eisen (18 Milligramm)
– Phosphat (1 Gramm)
– Jod (150 Mikrogramm)
– Magnesium (400 Milligramm)
– Zink (15 Milligramm)
– Selen (70 Mikrogramm)
– Kupfer (2 Milligramm)
– Mangan (2 Milligramm)
– Chrom (120 Mikrogramm)
– Molybdän (75 Mikrogramm)
– Vitamin A (5000 IU, internationale Einheit u.a. für Vitamine)
– Vitamin B6 (2 Milligramm)
– Vitamin B12 (6 Mikrogramm)
– Vitamin C (60 Milligramm)
– Vitamin D (400 IU)
– Vitamin E (30 IU)
– Vitamin K (80 Mikrogramm)
– Thiamin (Vitamin B1, 1,5 Milligramm)
– Riboflavin (1,7 Milligramm)
– Niacin (20 Milligramm)
– Folsäure (400 Mikrogramm)
– Biotin (300 Mikrogramm)
– Panthothensäure (Vitamin B5, 10 Milligramm)

Obwohl es bereits auf dem Markt erhältlich ist, ist es sicherlich fraglich, ob sich Rhineharts Vision erfüllt. In dieser sollen sich nämlich alle von seinem Wundershake Soylent ernähren. Denn Experten warnen vor einer solchen Ernährung. Eine Karotte besteht schließlich nicht nur aus Vitaminen, sondern hat auch weitere nützliche Inhaltsstoffe, die man noch nicht kennt. Wie Rhinehart außerdem zugibt, sollte man vorsichtig sein, wenn man den Shake selber machen will, da es leicht zu einer Überdosierung kommen kann. Und schlussendlich: Essen ist für die meisten Menschen ein Genuss und nicht nur bloß ein Mittel zum Zweck. Wer möchte denn einen faden Nährstoff-Shake schon gegen den Genuss eines knackigen Salates eintauschen, den man beim gemeinsamen Essen mit Freunden genießt?

Ähnliche Artikel