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Nachhaltiger Hausbau mit Thermobodenplatten: Energiekosten senken und Wohlfühlklima steigern

Passiv- und Energiesparhäuser sind längst mit Thermobodenplatten ausgestattet. Und auch der konventionelle Eigenheim-Bau setzt auf Bodenplatten mit Kernbetonheizung, um Energie zu sparen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Heizkosten aus, auch das Wohlfühlklima profitiert.

Nachhaltiges und ökologisches Bauen gewinnt immer mehr an Bedeutung und Energiesparen liegt im Trend. Was beim Bau von Passiv- und Energiesparhäusern bereits zum Standard gehört, findet jetzt auch vermehrt Eingang in den konventionellen Hausbau: Mit dem Einbau einer Thermobodenplatte lassen sich Häuser von Grund auf energieeffizient und nachhaltig gestalten. Statt einer Dämmung der Bodenplatte, ist in der Thermobodenplatte bereits eine Fußbodenheizung integriert, die Wärme erzeugt. Ursprünglich stammt das Konzept aus Skandinavien und ist dort weit verbreitet, weshalb dieses Warmgrundfundament auch als Schwedenplatte bezeichnet wird. Aufgrund ihrer heizenden Eigenschaften sind Thermobodenplatten nicht nur eine umweltfreundliche Dämmung zum Erdreich, sondern zugleich Fundament und Heizung eines Hauses. Die Betonkernaktivierung macht es außerdem möglich, dass mit der integrierten Fußbodenheizung im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden kann.

 

Mit Thermobodenplatten Energieverbrauch senken und Kosten sparen

Thermobodenplatten sind in erster Linie für unterkellerte Gebäude entwickelt worden. Sie eignen sich aufgrund ihrer Tragfähigkeit auch als Kellerdecke in Häusern mit bis zu zweieinhalb Geschossen. Der Einbau einer Bodenplatte mit Kernbetonheizung senkt vor allem den Energieverbrauch und spart Heizkosten. Denn beim späteren Betrieb benötigt die Flächenheizung lediglich eine Vorlaufwärme von 30 bis 34 Grad. Wird sie mit einem Niedrigheizsystem kombiniert, wie zum Beispiel einer Wärmepumpe oder Solarkollektoren, liegen die Vorlauftemperaturen mit 23 bis 25 Grad sogar noch deutlich niedriger. So ist es möglich, den Energieverbrauch um ein Drittel oder sogar um die Hälfte zu senken. Zudem verhindert die Platte, dass Wärme nach außen und an das Erdreich abgegeben wird, was mit dem sogenannten U-Wert angegeben wird. Bei einer konventionellen Bodenplatte sollte dieser Wert gemäß Gebäudeenergiegesetz 0,35 Watt pro Quadratmeter und pro Kelvin (W/m²K) nicht übersteigen. Der U-Wert einer Thermobodenplatte liegt mit 0,17 bis 0,10 W/m²K deutlich darunter.

 

Bodenplatten mit Fußbodenheizung erleichtern den Hausbau

Neben den positiven Effekten auf den Energieverbrauch hat der Einbau einer Thermobodenplatte auch zahlreiche Vorteile für den Hausbau. Der Bauaufwand ist viel geringer als bei einer konventionellen Bodenplatte. Aufgrund der heizenden Eigenschaften muss die Erde nicht bis zur Frostgrenze in 80 Zentimeter Tiefe ausgehoben werden, 30 Zentimeter sind bereits ausreichend. Das Aufbringen von frostsicherem Fundament-Kies unter der Platte macht das Betonieren von Streifenfundamenten überflüssig. Während herkömmliche Betonfundamente erst gegossen werden müssen und bis zu sechs Wochen benötigen, um zu trocknen, ist eine Schwedenplatte in drei bis fünf Tagen fertiggestellt. Dadurch reduziert sich die Bauzeit eines Hauses um bis zu einen Monat.

Zudem ist die separate Installation und Isolation von Kalt-, Warm- und Abwasserleitungen nicht notwendig, da sie direkt mit in die Bodenplatte eingelassen werden können. Sie liegen mit den Heizschlangen der Fußbodenheizung auf den zwei Dämmschichten des Fundaments bzw. der Kellerdecke, zwischen denen sich eine Feuchtigkeitssperre aus Polymerbitumen, Alu oder Vlies befindet. Durch die Dämmstoffe reduziert sich die Menge des benötigten Betons und die Flächenheizung in der Platte macht einen Heizestrich überflüssig. Damit ist die Thermobodenplatte Fundament, Dämmung, Fußbodenheizung und Estrich zugleich.

 

Baubiologische Aspekte beim Einbau der Thermobodenplatte beachten

Mit dem Einbau der Heizelemente ist unbedingt die spätere Raumaufteilung zu berücksichtigen. Indem für jeden Raum ein eigener Heizkreis eingerichtet wird, kann die Fußbodenheizung später in den jeweiligen Zimmern individuell angesteuert und eingestellt werden. Die Fußbodenheizung bietet hierbei effektiven Schutz vor Frost, da die Wärme an das Erdreich zurückgegeben wird und sich unter der Platte kein Eis bilden kann. Nach oben hin können Wärmeverluste durch die Wahl eines passenden Bodenbelags minimiert werden. Dieser kann direkt auf die Thermobodenplatte aufgebracht werden, wobei natürliche Materialien künstlichen Belägen vorzuziehen sind. Sie haben bessere Wärmeleitereigenschaften und schaffen ein gesundes Raumklima. Als Bodenbeläge kommen dafür beispielsweise Natursteine, Keramikfliesen, Holz, Kork, Beton oder Linoleum aus 100 Prozent Naturmaterialien in Frage. Sie sind ökologisch abbaubar, nachhaltig, umweltverträglich, langlebig, frei von Schadstoffen und lassen sich im Vergleich zu Kunststoffbelägen wie Laminat oder Vinyl recyceln.

 

Fußbodenheizung schafft Wohlfühlklima und ermöglicht freie Innenraumgestaltung

Aber nicht allein die Materialien des Bodenbelags haben Einfluss auf das Innenraumklima. Die Fußbodenheizung selbst, die die Wohnung mit Bodentemperaturen zwischen 18 und 24 Grad heizt, sorgt für ein angenehmes Wohnklima. Die Flächenheizung in der Bodenplatte sorgt dafür, dass die Temperaturen besser gehalten werden und die Wärme gleichmäßig an Raumluft, Decke und Wände abgegeben wird. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit nahezu gleich, es entstehen keine Kälte- oder Wärmebrücken und es zieht auch weniger Feuchtigkeit ins Haus, die sonst einen Nährboden für Schimmelpilze bietet. Durch die integrierte Fußbodenheizung sind weitere Heizkörper in den Wohnräumen überflüssig, wodurch weniger Staub aufgewirbelt wird, der sich sonst in den Heizkörper mit der Zeit absetzt. Da die Fußbodenheizung in der Bodenplatte verlegt ist, gelangt auch weniger Staub in die Luft, wovon in erster Linie Asthmatiker und Allergiker profitieren. Darüber hinaus wird die Strahlungswärme der Fußbodenheizung als angenehmer empfunden, wodurch das Wohlfühlklima im Haus steigt. Ein weiterer Vorteil gegenüber Heizkörpern: Die in der Thermobodenplatte integrierte Flächenheizung ermöglicht eine freiere Raumgestaltung. Befinden sich Heizkörper doch meist unter dem Fenster, sind mit einer Fußbodenheizung bodentiefe Fenster möglich. Und auch die Wandflächen lassen sich individuell gestalten, ohne dass auf Heizkörper Rücksicht genommen werden müsste.

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Autor:

Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Seine baubiologischen Kenntnisse erlangte er durch den täglichen Umgang mit Problemen der Baubiologie in verschiedenen Unternehmen des ökologischen Holzbaus. Als Geschäftsführer eines Planungsbüros, dessen Schwerpunkt ebenfalls der ökologische Holzbau ist, wird er bei Neubauprojekten und Sanierungen regelmäßig mit baubiologischen Fragestellungen konfrontiert und als Experte auf diesem Gebiet konsultiert.

 

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