PresseTicker

Lösungsansätze für Nachfolgeprobleme beim deutschen Mittelstand

Jeder sechste mittelständische Unternehmer in Deutschland plant, in naher Zukunft sein Unternehmen an einen Nachfolger zu übergeben oder zu verkaufen. Das sind etwa 620.000 Unternehmen mit etwa 4 Millionen Beschäftigten. Der Generationenwechsel im Mittelstand legt damit an Tempo zu: Vor drei Jahren hatten noch 14 % bzw. 530.000 Mittelständler von kurzfristig anstehender Nachfolge berichtet. Einen geeigneten Nachfolger zu finden wird jedoch nicht leichter: Die Zahl der Gründer in Deutschland sinkt insgesamt – und mit ihr auch die Zahl derjenigen Gründer, die in Form einer so genannten Übernahmegründung ein bestehendes Unternehmen weiterführen.
 
Das Problem ist, dass die Alterung Jahr für Jahr die Zahl der Unternehmen erhöht, die zur Übergabe anstehen. Es zeichnet sich also immer deutlicher ein demografischer Engpass bei der Nachfolge ab. Zum einen sind die jüngeren Generationen zu dünn besetzt, weshalb die Nachfolger fehlen. Gleichzeitig dämpft die gute Arbeitsmarktlage in Deutschland die Gründungsneigung. Die Zahl der Übernahmegründer, die ein bestehendes Unternehmen fortführen, sinkt somit seit Jahren: Von 200.000 Übernahmegründer in 2002 auf nur noch 62.000 im Jahr 2015. Aktuell gibt es also jährlich etwa dreimal so viele übergabebereite Unternehmer wie Übernahmegründer.
 
Immerhin die Hälfte des Mittelstands identifiziert die frühe Nachfolgersuche und eine mehrjährige Planung als wichtige Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge. Die größte Bedeutung messen die Unternehmer dabei der intensiven Einarbeitung des Nachfolgers und dem Erhalt von Kunden und Lieferanten bei. Die Modernisierung des Unternehmens im Vorfeld der Übergabe wird hingegen nur selten als wichtiger Erfolgsfaktor angesehen. Diese Einschätzung kann aber zu Problemen führen, denn auch in den Jahren vor dem Rückzug sollten Inhaber die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität ihres Unternehmens kritisch überprüfen – und wenn nötig investieren.
 
Was sind hier nun mögliche Lösungsstrategien? 
 

  1. Helfen kann hier ein Finanzierungs-Mix, in dem neben Banken als Darlehensgeber bundes- und landeseigene Investitions- und Förderbanken (neben der KfW existieren zwischen Kiel und Passau 16 Landesförderinstitute) und Bürgschaftsbanken oder -gemeinschaften Hamburg eine tragende Rolle spielen. Über die öffentlichen-rechtlichen Institute erhält das Unternehmen einen besonders zinsgünstigen Kredit, parallel werden 50 bis 70 Prozent der vereinbarten Darlehenssumme durch die Bürgschaftsbanken garantiert. Ohne diese beiden Förderinstrumente sind die wenigsten Hausbanken bereit, Kapital für die Unternehmensnachfolge zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus reduziert dieser Mix für das Unternehmen die zu zahlenden Zinsen um mehrere Prozentpunkte.
  2. Wenn sich kein geeigneter Nachfolger finden lässt, bietet sich der Verkauf des Unternehmens an. Es lassen sich hier drei grundsätzliche Gruppen von Zielkäufern unterscheiden, nämlich die strategischen Käufer, das Management eines Unternehmens und die Finanzinvestoren. Das Engagement des strategischen Käufers ist langfristig angelegt, eine Exitstrategie mit möglichst hoher Nettorendite ist normalerweise nicht primäres Ziel dieser Käufergruppe. Bei einem Management-Buy-Out (MBO) erwerben die Manager des Geschäftsfelds die Eigentumsrechte, was als Lösung bei Nachfolgeproblematiken mehrere Vorteile hat:
    1. schnelle Prozessdurchführung, da eine aufwändige Suche nach einem potenziellen Käufer und eine Due Diligence meist nicht nötig sind, da die Manager den Kaufgegenstand sehr gut kennen
    2. niedrige Publizität
    3. es müssen keine Informationen an Externe, z. B. interessierte Wettbewerber gegeben werden
    4. Mitarbeiter akzeptieren den Verkauf eher, da sie das Management kennen, evtl. ist auch ein Beteiligung der Mitarbeiter möglich (Employee Buy Out)

Für klassische Finanzinvestoren ist die Aussicht auf eine Steigerung des Unternehmenswertes von zentraler Bedeutung. Ihr Vorgehen ist oft Exit-orientiert. Evergreen Fonds, Industrieholdings, Family Office oder auch Beteiligungsgesellschaften halten ihre Beteiligung meist über eine längere Zeit und sind weniger auf den schnellen Exit orientiert. Aufgrund ihrer Renditeanforderungen sind aber auch sie stark an einer kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswertes interessiert.
 
In jedem Fall bedarf es bei einem Unternehmensverkauf der Unterstützung durch Profis mit entsprechender Expertise. Die größeren Banken verfügen alle über leistungsfähige Mergers&Acquisiton-Abteilungen, deren Dienste allerdings sehr teuer sind und üblicherweise nur für größere Unternehmens-Transaktionen ab 5 oder 10 Mio. Euro Volumen in Frage kommen. Daher werden sei bei Transaktionen im klassischen Mittelstand eher selten aktiv. 
 
Hier bietet sich die Zuhilfenahme von FinTech-Unternehmen an. Vor allem Kreditplattformen verfügen aufgrund ihrer Tätigkeit über ausreichend Know-How, um einem Mittelständler hier kreativ, schnell und kostengünstig zu helfen. 
Als Beispiel sei das Frankfurter Unternehmen creditshelf genannt. Dieses hat vor einigen Wochen für das Private Equity Haus Nimbus die erste digitale M&A Finanzierung in Deutschland arrangiert. Finanziert wurde ein Carve-out aus einem Großkonzern. 
 
Nur drei Monate nach offizieller Bekanntgabe seitens creditshelf, künftig auch größere Darlehen mit längerer Laufzeit zu arrangieren und somit den Weg für Übernahmekredite zu ebnen, hat der digitale Mittelstandsfinanzierer die Übernahme der Intega GmbH in Düsseldorf durch den Private Equity Investor Nimbus finanziert. Diese Transaktion ist die erste „digitale“ M&A-Kreditfinanzierung in Deutschland: Der gesamte Kreditprozess von der Kreditanalyse bis zur Ausplatzierung wurde über die creditshelf-Plattform abgewickelt. Innerhalb kurzer Zeit wurde für den Carve-out aus einem internationalen Konzernverbund auf diese Weise Fremdkapital bereitgestellt.
Laut Nimbus war das hohe Maß an Flexibilität bei der Kreditaufnahme, die Prozessgeschwindigkeit bei der Abwicklung und der gebotene Komfort ausschlaggebend für die Wahl eines bankenfremden, digitalen Finanzierers. Das Angebot von creditshelf stieß auf besondere Beachtung, da das Frankfurter Fintech durch digitalisierte Abläufe in der Lage ist, Small Cap-Transaktionen mit Finanzierungen bis zu 5 Millionen Euro zu begleiten und damit eine Lücke im Markt besetzt, die von anderen Anbietern nicht bedient wird. Weiterhin punkten konnte creditshelf mit dem Verzicht auf dingliche Sicherheiten und einer vergleichsweise flexiblen Covenant-Struktur.
 
„Private Equity-Investoren schätzen unsere schnelle und datengetrieben Analyse sowie unsere Verbindlichkeit in der Umsetzung, die wir durch hocheffiziente Prozesse gewährleisten können“, erläutert Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf. Man befinde sich bereits in weiteren Gesprächen mit einer ganzen Reihe von Beteiligungsgesellschaften für M&A- und Wachstumsfinanzierungen und erwarte in Zukunft insbesondere vor dem Hintergrund vieler anstehender Unternehmensnachfolgen im Mittelstand vermehrte Nachfrage nach den flexiblen Finanzierungslösungen.
 
Es besteht also Hoffnung, dass ein großer  Teil der anstehenden Nachfolgeprozesse auf diese Weise zielführend abgewickelt werden kann und leistungsstarke für die Zukunft gewappnete Mittelstandsunternehmen entstehen.

www.creditshelf.com

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