PresseTicker

Kinderrechte bilden die Grundlage für ein gutes Aufwachsen eines jeden Kindes

Bettina Stolze, pixelio.de

Bettina Stolze, pixelio.de

Der Unicef Report von 2014 zeigt die Erfolge, aber auch die Schattenseiten des internationalen Kinderrechts und seiner Fortschritte. Seit 1989, das Jahr, in dem die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet wurde, hat sich die Kindersterblichkeitsrate halbiert und die Anzahl arbeitender Kinder um ein Drittel reduziert. Dennoch steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen, um das Wohlergehen aller Kinder zu gewährleiten. Unicef kristallisierte Ausgrenzung und Gewalt als größte Probleme weltweit heraus. Sowohl in armen als auch in reichen Ländern werden Kinder aus finanziell schwachen Familien vom sozialen und medizinischen Fortschritt ausgeschlossen.

Mehr als 223 Millionen Kinder erfahren jährlich sexuelle Gewalt (davon 150 Mio. Mädchen und 73 Mio. Jungen). Kinder werden zu Zielen von Gewalt gemacht – physische Gewalt durch Eltern und Verwandte, sexuelle Gewalt und sogar Terrorattacken (wie zum Beispiel bei der Entführung hunderter Schülerinnen in Nigeria). Dies hat weitreichende Folgen – schätzungsweise 300 Millionen Kinder unter 5 Jahren zeigen auffälliges oder aggressives Verhalten infolge eines gewalttätigen Umfelds. Die Hauptaufgabe der Unicef ist es, Kinder vor Gewalt zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ohne Angst und Armut aufwachsen zu können. „Um ihre gravierenden Folgen zu überwinden braucht jedes Land eine nationale Agenda zum Schutz der Kinder vor Gewalt. Dazu gehört eine unabhängige Institution, die den Interessen der Kinder eine Stimme gibt und Beschwerden verfolgt, wenn Kinder ihre Rechte gefährdet sehen.“, erklärt UN-Sonderauftragte zu Gewalt gegen Kinder, Marta Santos Pais. Um dieses Ziel zu erreichen, fordert das Bundesfamilienministerium mehr Zuwendung für die Kinder, vor allem in der frühen Entwicklung. Kinderbetreuungsangebote sollen ausgebaut und qualitativ verbessert werden, um den Kindern eine beschützten Raum zum Lernen mit Gleichaltrigen zu bieten. Weiterhin werden Familien durch ElterngeldPlus unterstützt, damit Kinder in einem sozial und wissenschaftlich sicheren Umfeld aufwachsen können. Laut dem Unicef Report 2014 ist dies auch dringend notwendig – selbst in Deutschland, einem weitgehend wohlhabenden Land, lebten zwischen 2000 und 2010 rund 8,6% der deutschen Kinder und Jugendlichen in langjähriger Armut. Das Ministerium beobachtet weiterhin die Lage in Deutschland und präsentiert vor dem Bundestag 2015 einen umfassenden Bericht über die momentane Lage und eventuelle Probleme bezüglich des Kinderschutzgesetzes.

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