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Einzelausstellung von James Francis Gill im MAC, Singen

Er war noch vor Andy Warhol im Museum of Modern Art (MoMA), New York vertreten. Stars wie Tony Curtis und John Wayne ließen sich von ihm porträtieren. Auch mit Martin Luther King und Marlon Brando pflegte er Freundschaften. Dies sind Anekdoten aus dem Leben des Künstlers James Francis Gill, der gemeinsam mit Andy Warhol, Roy Lichtenstein und weiteren Künstlern die amerikanische Pop Art begründete. Heute ist der 82-Jährige einer der letzten noch lebenden Vertreter dieser Ära und international gefragt. Eine weitere Station ist vom 02. Juni bis zum 05. November 2017 das Museum Art & Cars (MAC) in Singen, welches ausgewählte Unikate aus dem Gesamtwerk des bekannten Künstlers aus über 60 Jahren zeigt.


Art & Cars. Auf den ersten Blick stellt sich die Frage, inwieweit Pop-Art von James Francis Gill mit dem Automobil in Verbindung steht. Auf den zweiten Blick wird dies klarer. In Gills Werken der frühen 60er Jahre spielten Autos eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt wurde er durch seine Serie „Women in Cars“ in den 60er Jahren von einem der einflussreichsten Galeristen der USA entdeckt. Zudem zeigte bereits 1965 das MoMA seine Zeichnung „Laughing Woman in Car and Close-Up“ neben Werken von Picasso und Odilon Redon. Autos sind auch heute noch immer ein wichtiger Teil seines künstlerischen Ausdrucks, wie man an vielen der im MAC gezeigten Exponate erkennen kann. Nicht zuletzt rundet ein von James Francis Gill designter VW-Käfer die Ausstellung ab.

 

James Gill, geboren 1934 in Tahoka (Texas), erlangte schon früh internationale Anerkennung. Bereits 1962 nahm das MoMA in New York sein dreiteiliges „Marilyn Triptych“ in seine ständige Sammlung auf. 1967 wurde Gill ausgewählt, die USA zusammen mit weiteren Künstlern, wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Edward Hopper, auf der „Sao Paulo 9 Biennale“ in Brasilien, zu vertreten. Daraufhin wurden seine Bilder weltweit in die Sammlungen bedeutender Museen aufgenommen.
Anfang der 70er, auf der Höhe seines Ruhmes, zog sich der Künstler überraschend aus dem Kunstmarkt zurück. Gill: „Ich hatte genug von dem ganzen Hollywood-Glamour.“ Losgelöst von gesellschaftlichen Zwängen malte er in seinem knapp 30-jährigen selbstauferlegten Exil bis zu seiner Wiederentdeckung durch einen Kunsthistoriker des Smithsonian American Art Museums weiter und findet schließlich zu seinem heutigen Stil, der sich durch seinen malerischen Ausdruck von den flachen Reproduktionen vieler seiner Pop Art Kollegen deutlich abhebt.
Einen besonderen Teil der kuratierten Ausstellung nehmen seine Werke aus den 60er Jahren ein, die sich vom Stile der heutigen zwar unterscheiden, jedoch eindeutig Gills Handschrift erkennen lassen. Dazu gehören auch Bilder mit politischer Aussagekraft, die seine Anti-Kriegshaltung erkennen lassen.

Als Ergänzung zur Kunst werden Fahrzeuge ausgestellt, die mit dem Leben Gills sowie seinem Herkunftsland in Verbindung stehen oder von ihm als Subjekt gewählt wurden. Neben der amerikanischen Automobillegende Ford T ist auch eine Corvette C 1 zu sehen wie sie der Künstler selbst besaß. Zeitgleich fuhr Gills Freund und Filmschauspieler John Wayne ein identisches Modell. Außerdem ein pinkfarbener Ford Thunderbird passend zum Konterfei Marilyn Monroes. Erstmals wird eine Ausstellung im MAC Museum Art & Cars durch Motorräder ergänzt; mit der Marke Indian, als Sinnbild der amerikanischen Freiheitsliebe.
Als Highlight werden drei Race-Cars der berühmten “Indy 500“ dem traditionellsten amerikanischen Autorennen in Indianapolis im Dunkelraum inszeniert. Auch wenn Lucenti, Mercedes und Kurtis Kraft nie tatsächlich gegeneinander angetreten sind entsteht in dieser Atmosphäre Rennfeeling pur.

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