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Der Yogaboom fordert seinen Tribut

Studie: Immer mehr Menschen verletzen sich im Yoga

Weltweit eröffnen täglich neue Yogastudios. Entspannungshungrige Menschen rollen ihre bunten Yogamatten aus und hoffen auf eine Verbesserung ihrer Gesundheit, mehr Lebensfreude oder einfach nur eine bessere Beweglichkeit. Doch nicht immer ist der Yogaunterricht passend gewählt, der Yogalehrer richtig ausgebildet und der Schüler achtsam genug mit seinem Körper.

Laut einer im Orthopaedic Journal of Sports and Medicine veröffentlichten Studie hat sich die Zahl der durch Yoga verursachten Verletzungen zwischen 2001 und 2014 fast verdoppelt. Eine Forschergruppe der University of Alabama hatte mehrere hundert Verletzungen von Menschen aller Altersgruppen dokumentiert und die Hintergründe wissenschaftlich aufgearbeitet und analysiert. Danach ist mangelnde Achtsamkeit der Hauptgrund für Verletzungen im Yoga. Diese kann sowohl von Seiten des Schülers selbst aber auch von Seiten des Lehrers ausgehen.

Marion Neises von Way Yoga

Falsche Kurswahl und mangelnde Achtsamkeit mit dem eigenen Körper

Der Anstieg von Verletzungen durch Yoga betrifft alle Altersgruppen, gefährdet sind jedoch besonders Erwachsene, die 65 Jahre oder älter sind. Die Studie führt dies nicht nur auf die schwindende Muskelmasse und sinkende Knochendichte mit zunehmenden Alter zurück. Yogalehrerin Marion Neises, Ausbildungsleitung von WAY Europäische Akademie für Yoga und ganzheitliche Gesundheit, kennt den Ehrgeiz vor allem von älteren Teilnehmern: „Viele Menschen können sich offenbar nicht damit abfinden, dass sie älter werden und wollen sich gerade im Alter nochmal etwas beweisen. Dies ist vor allem bei Männern oft der Fall“, sagt die Yogalehrerin. „Viele Senioren wollen auch nicht zum Seniorenyoga, sondern immer noch in den normalen Kursen dabei sein. Das kann eben schnell zu Verletzungen führen, wenn das worum es eigentlich im Yoga geht, nämlich Achtsamkeit mit sich selbst, nicht gelebt wird“, so Neises.

Es ist also unerlässlich die eigenen körperlichen Grenzen zu akzeptieren und Vorerkrankungen zu berücksichtigen. Die Studie empfiehlt daher, sich bereits vor dem Einstieg in einen Yogakurs mit einem Arzt zu beraten und einen sanften Kurs zu wählen.

Unzureichende Ausbildung der Yogalehrer

Doch es ist nicht nur der Teilnehmer selbst, der über seine Grenzen geht. „Es sind auch zu gering ausgebildete Yogalehrer, die unerfahrene oder ältere Teilnehmer in zu fortgeschrittene Yogakurse lassen“, so Marina Tipp, Leiterin der Ausbildung zum Seniorenlehrer bei WAY, Heilpraktikerin und Yogatherapeutin.“ Tipp bildet Yogalehrer zum Seniorenyogalehrer weiter. Die Spezialisierung zum Seniorenyogalehrer sollte jeder absolvieren der mit Teilnehmern im fortgeschrittenen Alter arbeitet, denn Yoga für Senioren arbeitet mit vielen Hilfsmitteln und vielen yogatherapeutischen Inhalten, die besonders auf die Krankheiten im Alter angepasst sind. Ein Seniorenyogalehrer weiß, wie man Blöcke, Gurte, Decken, Stühle und andere Hilfsmittel richtig einsetzt. Besonders Yoga auf dem Stuhl ist für Senioren von großem Vorteil.

Marina Tipp von Way Yoga

Allgemeiner Ausbildungsstand der Yogalehrer im Fokus

Die Studie vermutet einen weiteren Grund für die gestiegene Verletzungsrate in der mangelhaften Qualifikation der Kursleiter allgemein. Der Beruf Yogalehrer ist nicht geschützt und zahlreiche Yogalehrer arbeiten ohne Ausbildung oder mit einem Übungsleiterschein von 60h. Das sei viel zu wenig, so Marion Neises „Ein Yogalehrer benötigt mindestens 500h über zwei bis drei Jahre verteilt, um verantwortungsvoll alle Kurslevel unterrichten zu können“, so Neises, die in den letzten fünf Jahren mehrere Hundert Yogalehrer im Rahmen einer zwei-jährigen Ausbildung im Modul- und Wochenendsystem ausgebildet hat. „Eine solide Grundausbildung sollte 200h betragen. Ich habe persönlich und mit vielen Schülern die Erfahrung gemacht, dass es am Besten ist, wenn die Basisausbildung intensiv erfolgt, damit sich das Wissen wirklich tief einprägen kann und dann modulweise oder in WE Blöcken darauf aufgebaut werden kann“, sagt Neises weiter. Nicht umsonst verlangen in Deutschland die Krankenkassen eben eine mindestens zweijährige Ausbildung von mindestens 500h um als Kursleiter von den Kassen anerkannt zu werden.

Wer sich für einen Yogakurs entscheidet, sollte also immer darauf schauen, dass der Yogalehrer mindestens 500h Ausbildung nachweisen kann. Dies sollte man immer erfragen. „Außerdem“, so Neises, „sollte der Yogalehrer viel bei seinen Schülern sein, sie richtig ausrichten, verbal ein gutes Alignment anleiten, dann sind Verletzungen fast ausgeschlossen. Von Kursen, in denen der Yogalehrer selbst den großen Teil der Zeit mitpraktiziert, ist abzuraten.“

 

Wie finde ich einen guten Yogakurs?

1. Yogalehrer sollten mindestens 500 eigene Ausbildungsstunden haben.
2. Yogalehrer sollte auf eine genaue Ausrichtung beim Schüler achten, ihn mit seinen Händen sanft in die richtige Haltung führen.
3. Yogalehrer sollte verbal anleiten können und seine Teilnehmer immer Blick haben, also kein Vorturner sein.
4. Die Philosophie der Achtsamkeit sollte im Kurs immer wieder gelehrt werden.
5. Yogakurse sollten nicht größer als 18 Teilnehmer sein pro Lehrer
6. Yogakurse sollten nie zu billig sein, denn das verrät auch den Anfänger, der in den Markt will. Eine gute Yogastunde sollte je nach Gebiet zwischen 10 und 15€( Ländlich) und 15 und 20€ in der Großstadt kosten.

 

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.way-yoga.de

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