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Das alternative Taxiangebot – wirklich empfehlenswert?

Q.pictures, pixelio.de

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Das amerikanische Unternehmen Uber hat ein einfaches Konzept: jeder Fahrer über 21, der einen Führerschein und einen eigenen PKW (Baujahr 2005 oder neuer) besitzt und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen kann, darf sich auf der Website des Unternehmens als Fahrer registrieren. An sich keine schlechte Idee, insbesondere für akademisch schwache Menschen, die damit ihren Verdienst aufpolieren können. Allerdings hagelt es nun Kritik für das alternative Fahrunternehmen.

Uber ist inzwischen in 90 amerikanischen Städten und in 42 Ländern weltweit vertreten. Das Erfolgskonzept ist einfach: geeignete Fahrer registrieren sich bei Uber und bieten ihre Dienste via einer Smartphone App an. Interessenten downloaden die App und können damit in ihrer Nähe nach Mitfahrgelegenheiten suchen. Die Bezahlung wird komplett über die App abgewickelt, so dass Mitfahrer kein Bargeld bei sich tragen oder sich mit kaputten Kartenlesegeräten auseinandersetzen müssen. Zudem kann man über die App direkt Preise einsehen und wird am Ende der Fahrt nicht mit einer hohen Zahl auf dem Monitor erschreckt.

Uber wirbt damit, 40 Prozent günstiger zu sein als gängige Taxiservices. Bei Testfahrten wurde allerdings festgestellt, dass das Ersparnis nicht nur weit unter 40 Prozent liegt, sondern dass bei langen Fahrten oftmals sogar mehr gezahlt wird, als bei einem Taxiservice. Auch für die Uber Fahrer selbst hat die Arbeit nicht nur Vorteile: im Fall eines Unfalls riskieren Fahrer eine Kündigung durch ihre Haftpflichtversicherung. Zudem verlangt Uber 20 Prozent des Fahrpreises als Gebühr.

In Deutschland steht das Unternehmen viel Kritik gegenüber. Im Personenbeförderungsgesetz ist festgeschrieben, dass private Fahrer mit ihren Fahrten keinen tatsächlichen Gewinn machen dürfen. Fahrer von Seiten wie zum Beispiel www.mitfahrgelegenheiten.de sind davon ausgenommen, da die Fahrten nicht zu einem „Geschäft“ gemacht werden aufgrund ihrer zeitlichen Unregelmäßigkeit.

Um in Deutschland Gewinn mit Fahrten machen zu können, muss man eine Lizenz als Taxifahrer oder Chauffeur besitzen. Es wird sich außerdem Sorgen darüber gemacht, wie zuverlässig die Personenprüfung der Fahrer durch Uber ist. Außerdem ist es bei diesem Arbeitsmodell schwierig festzustellen, ob die Fahrer ihre Verdienste tatsächlich versteuern.

Es gilt abzuwarten, wie sich Uber in Deutschland bewährt. In der Zwischenzeit empfiehlt ARAG den Mitfahrern Vorsicht bei der Nutzung des Services. Der Preisvergleich über die App kann Aufschluss darüber geben, ob Uber tatsächlich billiger ist als gängige Taxiunternehmen.

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